Lade Veranstaltungen

„Szenische Gewalt und Intimität im Auf- oder Umbruch?“ Fachtagung zu Lehre, Praxis und Wissenschaft.

Die zweitägige partizipative Fachtagung zur Praxis, Lehre und wissenschaftlichen Betrachtung von szenischer Gewalt und Intimität, möchte eine Plattform des produktiven Austauschs innerhalb der freien Darstellenden Künste bieten. Eingeladen sind Expert*innen aus der Theater- und Performancepraxis, Schauspiel- und Perfomanceausbildung sowie Theater-, Tanz- und Kulturwissenschaft.

Als immersive Veranstaltung zu szenischer Gewalt und Intimität möchten wir die Brücke schlagen zu anderen Netzwerken und Verbänden.

Der Tag 1 des Symposiums dreht sich um den Kosmos Kampfchoreografie in der Praxis, Lehre und Wissenschaft.
Tag 2 hat im Fokus das Thema Intimitätskoordination und wagt einen Blick in die Zukunft.
In Podiumsdiskussionen, Panells, Interviews, Showings und praktischen Playgrounds begegnen uns Bewegungsprofessor*innen, Theaterwissenschaftler*innen, Autor*innen, Student*innen und Praktiker*innen. Es geht um eine Standortbestimmung und eine Definition, was unter Bühnenkampf und Intimität verstanden und welche Klischees möglicherweise überwunden werden sollen.

Katalysator der Veranstaltung ist zum einen die Erweiterung des Berufsverbands um die Sparte Intimitätskoordination, zum anderen die offenkundigen Umbrüche in der aktuellen Kulturlandschaft, die vor allem durch die Pandemie verstärkt wurden.
Schon seit Jahren befindet sich das Kämpfen auf der Bühne im Umbruch; längst schon ist das klassische Fechtduell nicht mehr Kern der zeitgenössischen Theaterpraxis. Das Gleiche gilt für die Intimitätspraxis: Nach me-too und Binge-Watching bei Netflix kommt man auch in der deutschen Theaterszene nicht mehr an der Intimitätskoordination vorbei.

Wie kann es aber sein, dass im krassen Gegensatz dazu die Ausbildung junger Schauspieler*innen und Performer*innen oftmals anachronistisch in längst nicht mehr aktuellen Spielformen und Produktionsrealitäten verhaftet zu sein scheint? Noch immer ist Fechtunterricht der zentrale Vermittlungsinhalt an vielen Schauspielschulen und Kunstuniversitäten.  Kaum findet man Intimität und Intimitätskoordination als Lehrinhalt im Curriculum. Dabei gäbe es Potential, die Gegenwart neu zu denken. Die Künste weiterzuentwickeln.

Was sagen die Kulturwissenschaften dazu? Statt in dieser Umbruchphase mit wissenschaftlicher Expertise Orientierungs- und Innovationshilfen zu bieten, hält sich auch die deutschsprachige Theater- und Tanzwissenschaft zu diesen Problemstellungen bedeckt. Es entsteht ein Spannungs- und Konfliktfeld, das Fragen aufwirft und gleichzeitig viel Raum für künstlerische Innovation bietet.

In diesem Spannungsfeld möchten wir im Rahmen des Symposiums mit Expert*innen aus der Praxis, Lehre und Wissenschaft Tendenzen herausarbeiten und Lösungsansätze entwerfen. Als praktische und wissenschaftliche Fachtagung möchten wir den bundesländerübergreifenden Austausch der Dozent*innen und Studierenden untereinander ermöglichen. Und vor allem den Diskurs innerhalb der darstellenden Künste voranbringen.

Um einen Überblick zu bekommen, was Kampfchoreografie und Intimitätskoordination sein kann, veranstalten wir Showings, Lecture Performances, Diskussionsrunden und Mini-Labore.

Im besten Fall geben wir einen Impuls in die angewandten und klassischen Tanz- und Theaterwissenschaften, sowie in die interdisziplinär arbeitenden Kampfkunst- und Kampfsportwissenschaften, deren Vertreter*innen als Expert*innen und Zuschauer*innen eingeladen werden.

Der Kosmos Kampfchoreografie ist riesig, wir hoffen, dass wir innerhalb dieses Kosmos Verbündete finden und Synergien freigesetzt werden. Vor allem wünschen wir uns, dass die Kunstformen Kampfchoreografie und Intimitätskoordination in den freien darstellenden Künsten und Wissenschaften aktualisiert und zukünftig als eigenständig wahrgenommen werden.

 

Du möchtest mitmachen? Unser Call for papers findest du hier.